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Sanierung

Dort wo die Johann-Sebastian-Bach-Straße auf die Marktstraße trifft stand noch lange ein Rest der Stadtbefestigung, der Dullenturm. Es ist überliefert, dass man hier einst die Stadtirren, die Dullen, einsperrte.

Während der Sanierung des völlig heruntergekommenen Hauses kamen wir uns auch des Öfteren wie „Dullen“ vor.

Ferienwohnungen „Am Dullenturm“

Es ist nicht das erste Fachwerkhaus, dass von uns saniert wurde, aber es war das bisher aufwändigste und umfangreichste. Eigentlich versucht man bei derartigen Objekten soviel alte Substanz wie möglich zu erhalten, um den Ursprungszustand nicht zu verfälschen. Geplant waren etwa 20 bis 30%, so unser erster Eindruck, des alten Gemäuers auszutauschen. Bei diesem Objekt blieb jedoch fast kein Stein und Balken auf dem anderen.

Das Haus stammt etwa aus dem Jahre 1730 und hat es geschafft fast 300 Jahre ohne größere Eingriffe im Inneren zu überstehen. Teile des Gebäudes waren jahrelang nicht mehr bewohnt, außen war es lieblos verkleidet und die Fenster hatten moderne Rollläden. Ein trauriger Anblick, doch die versteckte Schönheit war an einigen Stellen noch zu erkennen. Die Innenwände waren größtenteils im Originalzustand erhalten und wurden, soweit es möglich war, vorsichtig ausgebessert. Nicht zu erhaltende Ausfachungen wurden herausgenommen und mit den gleichen Lehmsteinen wieder ausgemauert.

Zum Verputzen wurde der originale Lehm wiederverwendet, soweit dies unser eingelagerter Bestand hergab. Die Fassade wurde größtenteils mit Lärche bekleidet, da diese witterungsbeständig ist und keinen zusätzlichen Holzschutz benötigt. Fenster und Treppen sind aus massiver Eiche gefertigt.

Das komplette Schwellholz war über die Jahre aufgrund falscher Bautechniken und -materialien, die zu DDR-Zeiten verwendet wurden, verfault und um es zu tauschen wurde das Haus stückchenweise abgestützt. Den gesamten Fußboden und viele Gefachausmauerungen der Außenfassade mussten ebenso entfernt werden. Jetzt steht das Haus wieder auf trockenen Füßen und wird hoffentlich die nächsten 300 Jahre unbeschadet überstehen.

Es wurde im Oktober 2019 nach fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt und die hochwertige Ausstattung ermöglicht dem Haus nun wieder eine sehr lange Nutzungszeit.

Wir sind froh, dass wir das Ausmaß der Arbeiten nicht erahnten, denn nur Dullen konnten dieses Schmuckstück vor dem Verfall und Abriss retten.